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Fachärztliche Labore sichern die medizinische Diagnostik auch an den Feiertagen – Warnung vor unkritischem Einsatz von Antigentests

Seit Monaten tragen die Expert*innen in den fachärztlichen Laboren mit ihrer Arbeit, ihren Kenntnissen und Erfahrungen dazu bei, die pandemische Lage noch besser einzuschätzen. Dabei stehen gerade folgende Fragen im Vordergrund: Wie kommen wir alle gut über die anstehenden Feiertage? Wie können die fachärztlichen Labore eine gute Versorgung sicherstellen, aber auch den Mitarbeiter*innen im Labor Zeit mit der Familie ermöglichen? Was können Antigen-Tests zum Schutz besonders vulnerabler Gruppen beitragen und wo können sie sinnvoll eingesetzt werden?

„Damit möglichst viele Bürgerinnen und Bürger die Feiertage gut verbringen können, ist es wichtig, dass wir alle auf uns achtgeben und durch besonnenes Verhalten auch andere schützen“, sagt Dr. Michael Müller. Und er meint damit nicht nur die AHA + A + L + KR-Regel (Abstand halten + Hygiene beachten + Alltagsmaske tragen + Corona-Warn-App + Lüften + Kontaktreduktion). Der 1. Vorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. betont: „Weihnachten ist in diesem Jahr auch ein echter Prüfstein für Solidarität in der Gesellschaft und ein verantwortungsvolles Miteinander.“


Die aktuellen Zahlen sprechen für sich: Die Datenanalyse der nun bereits 169 an der Umfrage des ALM e.V. teilnehmenden Labore aus dem ambulanten und stationären Bereich (+2 gegenüber der Vorwoche) zeigt für die 49. Kalenderwoche eine mit 10,4 Prozent deutlich gestiegene Positivrate (Vorwoche: 9,4 Prozent), was dem aktuellen SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen entspricht. Insgesamt wurden 1.204.987 SARS-CoV-2-PCR-Tests durchgeführt (-2 Prozent), davon 125.562 mit positivem Befund. Mit fast 1,77 Millionen PCR-Tests pro Woche befindet sich die SARS-CoV-2-PCR-Kapazität weiterhin auf einem sehr hohen Niveau, auch dank des unermüdlichen und enorm engagierten Einsatzes der seit neun Monaten unter Dauerbelastung arbeitenden Beschäftigten in den Laboren.

Fachärztliche Labore sind auch an den Feiertagen für medizinisch relevante Fragestellungen im Einsatz

„Wir sind für die nahenden Feiertage gut aufgestellt“, sagt Evangelos Kotsopoulos. Der Vorstand im ALM e.V. erklärt: „Wie jedes Jahr halten wir unsere Infrastruktur auch an Weihnachten, Silvester und den Tagen dazwischen aufrecht und bereiten uns auf den Einsatz in dieser besonderen Zeit intensiv vor.“ Nina Beikert, neu gewählte Vorständin im ALM e.V., erläutert: „Für medizinisch relevante Fragestellungen stehen wir selbstverständlich auch in dieser Zeit zur Verfügung. Das gilt sowohl für Testungen im Rahmen der Pandemie als auch für andere medizinisch notwendige Diagnostik. Darauf konzentrieren wir uns an den Feiertagen, denn wir werden in dieser Zeit dünner besetzt sein. Auch unsere Mitarbeitenden haben es verdient, Zeit mit ihren Familien zu verbringen.“

ALM sieht ungezielten Einsatz von SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests sehr kritisch

Den ungezielten und anlasslosen Einsatz von Antigen-Schnelltests als Alternative zur SARS-CoV-2-PCR bei Erfüllung der RKI-Testkriterien sieht der fachärztliche Berufsverband sehr kritisch: „Auch wenn solche Schnelltests derzeit in unterschiedlichsten Lokalitäten angeboten werden, bedeutet das nicht, dass die Ergebnisse in jedem Fall sicher sind“, warnt Dr. Christian Scholz. „Wir selbst erleben derzeit zu häufig, dass Antigen-Schnelltests falsch-positive oder falsch-negative Ergebnisse liefern.“ Während sich die Menschen bei falsch-positiven Tests unnötig sorgten, würden sie sich bei falsch-negativen Tests in gefährlicher, weil falscher Sicherheit wiegen.

Dr. Scholz: „Positive Antigen-Schnelltests müssen deshalb grundsätzlich durch einen SARS-CoV-2-PCR-Test im fachärztlichen Labor überprüft werden. Und auch ein negativer Antigen-Schnelltest ist kein Freifahrtschein, sondern immer nur eine Momentaufnahme. Bei symptomatischen Personen sollte ein negativer SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest außerdem sehr kritisch gesehen und ebenfalls durch eine PCR-Untersuchung überprüft werden, vor allem im Zusammenhang mit Risikokontakten. Darüber müssen diejenigen, die so einen Antigen-Schnelltest machen, aufgeklärt werden“, so der Vorstand im ALM e.V. „Deswegen sollten Antigen-Schnelltests von medizinischem Fachpersonal mit ärztlicher Begleitung und Gesamtverantwortung eingesetzt werden.“

Ohnehin sei die Qualität mancher Antigen-Schnelltests zweifelhaft. Es seien so viele Tests im Umlauf, die zwar auf der Liste des Bundesamtest für Arzneimittel- und Medizinprodukte stünden, jedoch in der Versorgung noch nicht erprobt seien. ALM-Vorsitzender Dr. Michael Müller: „Gut wäre es deshalb, wenn mehr Studienergebnisse zur Anwendung von SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests in der Versorgung veröffentlicht würden, damit sich Ärztinnen und Ärzte ein besseres Bild machen können.“ Sich allein auf Herstellerangaben zu verlassen, sei nicht ausreichend, so der Facharzt für Laboratoriumsmedizin. „Die in den Zulassungsstudien vorhandenen idealen Bedingungen finden sich im Versorgungsalltag meist so nicht wieder. Häufig basieren sie zudem auf ausgesprochen kleinen Studien.“

Mitarbeiter*innen der Labore mit in die Impfstrategie aufnehmen!

Mehr Sicherheit wünschen sich die Mitglieder des ALM e.V. auch für ihre Mitarbeiter*innen in den fachärztlichen Laboren: „Diese leisten nicht nur wertvolle Arbeit, indem sie seit Monaten die Versorgung mit SARS-CoV-2-Diagnostik und Laborversorgung insgesamt sichern. Der Ausfall des Labors hätte für jede Klinik und auch im ambulanten Versorgungsbereich verheerende Auswirkungen“, betont ALM-Vorständin Nina Beikert. Deshalb sei es unbedingt notwendig, auch die Mitarbeiter*innen der Labore, die im Bereich der Kritischen Infrastruktur Labor tagtäglich Hunderttausende von Menschen versorgen, im Rahmen der Impfstrategie aktiv zu berücksichtigen.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten seit Monaten die Patientenversorgung mit Labordiagnostik aufrecht und sind an vorderster Linie in die Bekämpfung der Corona-Pandemie involviert. Auch bei der Verhinderung schwerer COVID-19-Verläufe spielen sie eine entscheidende Rolle“, erklärt Evangelos Kotsopoulos.

Der Vorschlag des ALM e.V.: In ähnlicher Weise wie es für Mitarbeiter*innen in Kliniken bereits geschehen ist, sollte die STIKO (Ständige Impfkommission) eine auch gegenüber einzelnen Arztpraxen bevorzugte Berücksichtigung der Mitarbeiter*innen der fachärztlichen Labore bei den Empfehlungen zur Priorisierung bei den Impfaktionen gegen das Auftreten von Covid-19 erwirken. „Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Labor in die Impfstrategie aufgenommen werden, das ist unser Wunsch zu Weihnachten“, so Dr. Michael Müller.

Die Nationale Teststrategie des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie auf der Homepage des Robert Koch-Instituts.

Auf unserer Homepage finden Sie FAQ zum Thema. Diese aktualisieren wir regelmäßig. Bei weiteren Fragen freuen wir uns über Ihre schriftliche Anfrage an c.wanke@alm-ev.de.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die hier ermittelten Daten mit weiteren Daten am RKI zusammengeführt werden. Die daraus entstehenden Daten stellen das Gesamtbild über das Testgeschehen in Deutschland dar. Eine anderweitige Nutzung der Daten darf nur mit Hinweis auf die Erhebung des ALM e.V. als Quelle erfolgen.

Weitere Infos zum SARS-CoV-2-Virus, zu COVID-19 und zur aktuellen Lage finden Sie unter

www.rki.de
www.bmg.bund.de
www.kbv.de

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Juliane Ahlers

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