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Fachärztliche Labore arbeiten an den kommenden Feiertagen für die medizinische Versorgung zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie

Weihnachten steht vor der Tür, die Bevölkerung geht aufgrund der wieder exponentiell steigenden SARS-CoV-2-Infektionszahlen in einen weitgehenden Lockdown, und so neigt sich ein herausforderndes und durch die COVID-19-Pandemie für uns alle sehr schweres Jahr dem Ende zu. Ein Jahr, in dem alle Mitarbeiter*innen in den fachärztlichen Laboren von Beginn an unter enormer Belastung und Anstrengung mehr denn je gezeigt haben, welchen Beitrag sie und damit die Diagnostik in der gesamten Gesundheitsversorgung und in der Prävention von Erkrankungen leisten. „Seit März befinden wir uns quasi in einem diagnostischen Marathon bei eher noch steigender Gesamtbeanspruchung. Die SARS-CoV-2-Infektion verlangt allen im Gesundheitswesen Enormes ab, und das wird sich auch an Weihnachten und zum Jahreswechsel kaum ändern“, so Dr. Michael Müller, der 1. Vorsitzende des ALM e.V. Sein Stellvertreter Prof. Jan Kramer fügt an: „Dabei ist die fachärztliche Labormedizin in der Coronakrise eine wichtige und stabilisierende Säule im Gesundheitssystem.“

Wolf Kupatt, Vorstand und Sprecher der AG Strategie im ALM e.V., weist darauf hin, „dass wir als Labore aufgrund unserer flächendeckenden Präsenz sowie sehr guten Organisation und Struktur zuverlässig und nahezu rund um die Uhr arbeiten können.“ Eine regionale Aufstellung sowie ausgeklügelte und überall verfügbare Logistik, weitgehend digitalisierte und hocheffiziente Prozesse, eine exzellente Medizin aus und mit dem Labor – gepaart mit einem hohen Maß an Innovationskraft und Investitionsbereitschaft: „Wir sind stolz darauf, was wir als medizinische Labore in Deutschland täglich leisten und freuen uns über die breite Anerkennung und Wertschätzung dafür, insbesondere auch in dieser Zeit der COVID-19-Pandemie“, bekräftigt Evangelos Kotsopoulos, Vorstand im ALM e.V.

Die aktuelle Datenanalyse der 169 an der Umfrage des ALM e.V. teilnehmenden Labore aus dem ambulanten und stationären Bereich zeigt für die 50. Kalenderwoche erneut eine deutlich gestiegene Positivrate, die aktuell bei 11,7 Prozent (Vorwoche: 10,4 Prozent) liegt und damit das aktuelle SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen abbildet. Insgesamt wurden mit 1.323.223 SARS-CoV-2-PCR-Tests wieder mehr Untersuchungen durchgeführt (+10 Prozent im Vergleich zur Vorwoche) – davon 155.222 mit positivem Befund (+24 Prozent).

Mit fast 1,82 Millionen SARS-CoV-2-PCR-Tests pro Woche liegt die kurzfristig verfügbare diagnostische Kapazität weiterhin auf einem sehr hohen Niveau (+3 Prozent) mit weiterhin leicht steigender Tendenz. Dies auch Dank des unermüdlichen und enorm engagierten Einsatzes der nun seit neun Monaten unter Dauerbelastung arbeitenden Beschäftigten in den Laboren. Kritisch und anfällig ist allerdings weiterhin die Versorgung der Labore mit Testreagenzien und Verbrauchsmaterialien. „Die seit Wochen bestehenden Lieferengpässe sind noch nicht überwunden“, so Müller. Das ist sichtbar am Rückstau an noch offenen Befunden, der Ende der vergangenen Woche bei 18.906 Proben lag.

Fachärztliche Labore sind auch an den Feiertagen für medizinisch relevante Fragestellungen im Einsatz

Auch an den Feiertagen werden die Mitarbeiter*innen in den Laboren für die Bürger*innen nahezu rund um die Uhr im Einsatz sein. „Wie in jedem Jahr werden wir selbstverständlich auch an Weihnachten, Silvester und den Tagen dazwischen unsere Infrastruktur für alle medizinisch relevanten Fragestellungen aufrecht halten. Das gilt sowohl für die SARS-CoV-2-Diagnostik als auch für alle anderen wichtigen Diagnostikbereiche“, betont Nina Beikert, Vorständin im ALM e.V. Beikert weist jedoch darauf hin, dass die Labore in dieser Zeit feiertagsbedingt geringer besetzt sein werden. „Auch unsere Mitarbeitenden haben es verdient, Weihnachten mit ihren Familien verbringen zu können.“ Laut ALM e.V. sei jedoch über die Feiertage und in der Zeit zwischen den Jahren die medizinisch notwendige Diagnostik sichergestellt. Hierzu zählten im Bereich der SARS-CoV-2-Diagnostik vor allem die Testung symptomatischer Personen, von Kontaktpersonen und vulnerablen Gruppen entsprechend den Priorisierungen der Nationalen Teststrategie und den RKI-Empfehlungen zur Testung von SARS-CoV-2.

Fokus auf das medizinisch Notwendige

„Wir setzen auch an den Feiertagen alles daran, die Befunde zeitnah zur Verfügung zu stellen“, erklärt Dr. Michael Müller. „Allerdings können wir nicht zusätzlich und in kürzester Zeit alle asymptomatischen Personen, die gerne einen Test hätten, testen.“ Nina Beikert ergänzt: „Wenn nur jeder hundertste Bundesbürger vor Weihnachten oder zwischen den Jahren zusätzlich getestet werden möchte, sei es für den anstehenden Urlaub oder den Besuch bei Freunden oder Verwandten, dann sind das 820.000 zusätzliche Tests. Das können wir mit den vorhandenen Testkapazitäten nicht abbilden.“ Müller erklärt weiter: „Wir fokussieren uns, entsprechend den fachlichen Empfehlungen, in erster Linie auf das medizinisch Notwendige, um prioritär den Kranken und vulnerablen Gruppen zur Verfügung zu stehen und darüber hinaus durch Untersuchungen von Kontaktpersonen an der Pandemieeindämmung mitzuwirken. Auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen in diesen Tagen einmal durchatmen können, um für die kommenden anstrengenden Monate Kraft zu tanken.“

Die überall entstehenden kommerziellen Angebote an Schnelltests ohne ärztliche Begleitung sieht der ALM e.V. sehr kritisch. „Die Menschen wiegen sich bei einem negativen SARS-CoV-2-Antigen-Testergebnis in falscher Sicherheit. Bei einem positiven Befund ist die unmittelbare Beauftragung einer PCR-Untersuchung zur Bestätigung durch die Einrichtung, die den Antigentest gemacht hat, unerlässlich, da der Anteil falsch-positiver wie falsch-negativer Ergebnisse signifikant ist. Das gilt vor allem angesichts der zunehmend unkritischen Anwendung von zugelassenen Tests im nicht-medizinischen und nicht-ärztlichen Umfeld.“ Weiterhin entscheidend seien, ganz unabhängig vom Schnelltestergebnis, die konsequente Einhaltung der für jede und jeden geltenden Grundregeln: „Reduktion von Kontakten, Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen, Lüften in Innenräumen und die Corona-Warn-App nutzen“.

Die Nationale Teststrategie des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie auf der Homepage des Robert Koch-Instituts.

Auf unserer Homepage finden Sie FAQ zum Thema. Diese aktualisieren wir regelmäßig. Bei weiteren Fragen freuen wir uns über Ihre schriftliche Anfrage an c.wanke@alm-ev.de.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die hier ermittelten Daten mit weiteren Daten am RKI zusammengeführt werden. Die daraus entstehenden Daten stellen das Gesamtbild über das Testgeschehen in Deutschland dar. Eine anderweitige Nutzung der Daten darf nur mit Hinweis auf die Erhebung des ALM e.V. als Quelle erfolgen.

Weitere Infos zum SARS-CoV-2-Virus, zu COVID-19 und zur aktuellen Lage finden Sie unter

www.rki.de
www.bmg.bund.de
www.kbv.de

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Juliane Ahlers

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